Aktuelle Mitteilungen

Einführung von Qualitätsstufen im DNS

Ein analoges Schriftstück hoher archivischer Relevanz mit Beschädigung wird von einem Archiv selbstverständlich übernommen und fachgerecht konservatorisch behandelt und entsprechend gesichert. Analog sollte ein digitales Archiv archivwürdige aber beschädigte, d.h. nur beschränkt archivfähige Dateien nicht zurückweisen.

Aufgrund der zu erwartenden hohen Datenmengen, der komplexen Fragestellung nach Bewertung und Bemessung des Schweregrads der Beschädigung, der sprunghaften Entwicklung von entsprechenden Werkzeugen und der Interpretationsfrage von deren Aussagen entsteht ein Dilemma im Konfliktfeld aus Zurückweisung oder der massenhaften Übernahme von ungeprüftem Material im Sinne einer einfachen bitstream-Archivierung.

Im DNS wurde dafür mit der Einführung von Qualitätsstufen eine praktikabel einsetzbare Lösung implementiert.

Dabei werden die einzelnen Schritte der Ingestverarbeitung bestimmten Qualitätskategorien zugeordnet, die stufenweise aufeinander aufbauen. Jede Stufe wird dabei von einem Qualitätsmerkmal gekennzeichnet, welches Ausdruck der Eignung als digitales Archivgut ist. Diese ermöglichen eine angemessene Aufbewahrung und Verwaltung auch von problematischen Objekten, bis beispielsweise ein Datenarchivar/Datenarchäologe bzw. Preservation Manager sich der Objekte genauer und zielgerichtet annehmen kann. Alle Zuordnungen zu Qualitätskategorien werden transparent vollzogen und bekommen einen nachvollziehbaren Eintrag in den Langzeitarchivierungsmetadaten.