Herausforderung elektronische Langzeitarchivierung

Herausforderung elektronische Langzeitarchivierung

Seit etwa 50 Jahren werden in allen Bereichen zunehmend mehr Informationen in digitaler Form gespeichert. Diese Daten bilden die Basis unserer modernen Informationsgesellschaft und eröffnen zusammen mit der modernen IT-Technologie ein gewaltiges Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten. Aber wie steht es um die Haltbarkeit dieser Daten?

Schon in den 1980er Jahren konnten ältere Daten teilweise nicht mehr genutzt werden, weil entweder das Datenformat nicht mehr erkannt wurde, die Hardware zum Lesen der Daten nicht mehr verfügbar war, die Daten auf dem Datenträger durch Umwelteinflüsse wie Magnetfelder oder Hitze beschädigt worden waren, oder weil der semantische Zusammenhang nicht mehr erkennbar war. Unsere moderne Gesellschaft ist daher ohne geeignete Maßnahmen zur elektronischen Langzeitarchivierung von einer Art „digitalen Demenz“ bedroht.

Auch das Kulturerbe entsteht in zunehmendem Maße digital, zum Beispiel in Form von elektronischen Unterlagen in den Behörden, als E-Books im Bereich der Publikationen oder auch als digitale Fotosammlungen, Filme und Tonaufnahmen. Für die Langzeitarchivierung digitaler Inhalte müssen daher technische und organisatorische Voraussetzungen geschaffen werden.

Dabei umfasst die elektronische Langzeitarchivierung weit mehr als die reine Speicherung von Daten. So ist hierbei die Unabhängigkeit von bestimmten Datenträgern zu berücksichtigen, indem die Daten immer wieder auf jeweils aktuelle Datenträgersysteme kopiert werden. Der sicheren Datenspeicherung wird durch umfangreiche Maßnahmen Rechnung getragen, zu denen auch eine geographisch verteilte, redundante Speicherung zählt. Nicht zuletzt werden bei der digitalen Langzeitarchivierung Daten, die in veralteten Formaten vorliegen, im Rahmen einer Migrationsstrategie rechtzeitig in neue Formate überführt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die digitalen Inhalte inhaltlich unverfälscht und damit verlässlich bleiben. Zu den eigentlichen Daten müssen Metadaten gespeichert werden, die es erlauben, technische wie auch semantische Zusammenhänge festzuhalten.

Das Digitale Archiv Nordrhein-Westfalen (DA NRW) stellt ein solches Langzeitarchiv insbesondere für digitale Kulturgüter dar.